Informationen für Patienten


Partner Psychiatrie: eine App zur Unterstützung Ihrer Behandlung

Aus Erfahrung wissen wir, dass ein Krankenhausaufenthalt ein einschneidendes Ereignis darstellen kann, das für Sie möglicherweise mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen verbunden ist. Wir von Partner Psychiatrie wollen Sie mit unserer gleichnamigen App in Zusammenarbeit mit der Danuvius Klinik dabei unterstützen, wichtige Informationen mit Ihren Therapeut*innen auszutauschen.

Wir helfen begleitend dabei, dass Ihre Therapeut*innen die Zeit mit Ihnen besser nutzen können und Sie in einer besseren Verfassung wieder nach Hause gehen können. Dafür erhalten Sie in der App einige Fragen, die Sie vor bzw. während Ihres Aufenthalts im Krankenhaus beantworten.

Die Fragen in den Modulen „Eingangsdiagnostik” und „Anamnesen” beantworten Sie am besten bereits vor Ihrer Behandlung. So können Sie die Zeit bis zu Ihrer Aufnahme sinnvoll überbrücken. Ihr*e Therapeut*in kann Sie dadurch besser kennen lernen und gleich auf wichtige Themen eingehen.

Im Modul „Verlaufsdiagnostik” machen Sie am besten täglich, morgens und abends, Angaben zu Ihrer Stimmung, Ihrem Schlaf und Ihrem Antrieb. Ihr*e Therapeut*in kann dadurch mit Ihrer Hilfe die Behandlung anpassen und verbessern. So werden durch die Partner Psychiatrie-App Veränderungen und Entwicklungen in der Therapie auch für Sie selbst sichtbar gemacht.

So kann Partner Psychiatrie Betroffene unterstützen

Die App “Partner Psychiatrie” unterstützt Betroffene psychischer Erkrankungen und schützt sie vor Zustandsverschlechterungen und Rückfällen. Dies geschieht durch Aufklärung, Prävention und Intervention mittels verschiedener Tools.


(1) Tagesplaner:

Betroffene neigen dazu, sich in unstrukturierten und unregelmäßigen Tagesabläufen zu verlieren, wenn diese nicht von Außen vorgegeben werden. Fällt ein therapeutisches Angebot wie in der derzeitigen Ausnahmesituation völlig weg, sind viele Patient*innen erstmal auf sich gestellt. Häufig führt dies dazu, dass sie ihre Pflichten vernachlässigen und geplante Aktivitäten nicht durchführen. Dies kann im Sinne einer Ressourcenverlustspirale zu einer weiteren Verschlechterung der Symptome von Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Panikattacken führen.

Der Tagesplaner hilft dem*der Betroffenen, den Tag zu strukturieren, gezielt Aktivitäten nachzugehen, Pflichten zu erledigen und Unternehmungen zu planen. Die Aktivitätenliste dient dabei als Inspiration, auf welche Art der*die Betroffene auch zu Hause aktiv werden kann.


(2) Stimmungs- und Aktivitätentagebuch (mit Positivtagebuch):

Häufig verstehen Betroffene selbst nicht, warum es ihnen gerade schlecht geht. Das Stimmungs- und Aktivitätentagebuch verdeutlicht dem*der Betroffenen Zusammenhänge zwischen Situationen, Gedanken, Gefühlen und körperlichen Beschwerden, sodass er*sie bestenfalls selbst präventiv tätig werden kann.

Betroffene von psychischen Erkrankungen erleben negative Einflüsse häufig übermäßig stark, wodurch positive Aspekte in ihrer Wahrnehmung untergehen. Das Positivtagebuch lenkt den Blick des*der Betroffenen auf positive Erlebnisse und hilft ihm*ihr, diese verstärkt wahrzunehmen. Das hat insbesondere in Krisenzeiten wie während der Corona Epidemie einen hohen Mehrwert.

In der Praxis kommt es häufig zu der Situation, dass der*die Betroffene sich in der Therapiesitzung nicht mehr an Auslöser für Angst, Panik und Stress erinnert. Der automatisch in der App erstellte und an den*die Therapeuten*in übermittelte **Stimmungsverlauf** hilft dabei, Auslöser genauer zu ermitteln und gezielter individuelle Präventionsmöglichkeiten für den*die Patienten*in zu entwickeln.


(3) Übungen

Belastende Emotionen zu regulieren lernen stellt einen zentralen Bestandteil der Behandlung einiger psychischer Störungen dar, weshalb wir dafür ein eigenständiges Modul entwickelt haben. Anhand **psychoedukativer Einheiten** können Patient*innen die in der Therapie erlernten Inhalte nochmals vertiefen. Zudem können sie selbstständig angstauslösende Situationen (wie der gesteigerten Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus) identifizieren und im Sinne der **Stimulusmodifikation** regulieren lernen. Daneben spielen **Techniken und Skills** eine bedeutsame Rolle, um sich von aufdrängenden Gefühlen distanzieren zu lernen oder diese aktiv zu beeinflussen.

Wenn der*die Betroffene in Angst- und Panikzustände verfällt, ist es wichtig, dass er*sie alleine intervenieren kann. Dabei helfen ihm*ihr die unterschiedlichen Übungen in Audioformat (z.B. Atem- und Distanzierungsübungen), zur Ruhe zu kommen und z.B. Panikattacken zu verhindern oder zu durchbrechen. Auch werden dem*der Betroffenen Möglichkeiten an die Hand gegeben, wie er*sie Angstsituationen bewältigen kann, ohne dabei in Vermeidungsverhalten zu verfallen.

Partner Psychiatrie nutzen

Sie können Partner Psychiatrie nur nutzen, wenn dies von Ihrem*er Therapeuten*in angeordnet wurde. Dann kann die App auf Ihrem Smartphone installiert werden.

Datenschutz

Sie können Partner Psychiatrie vollkommen freiwillig und anonym nutzen.

Sie müssen sich in der App nicht registrieren und nirgends Ihren Namen angeben.

Nur Ihr Behandlungsteam im Krankenhaus kann Sie anhand des Anmeldecodes identifizieren.

Alle Personen Ihres Behandlungsteams unterliegen selbstverständlich der medizinischen Schweigepflicht.

Wenn Sie aus dem Krankenhaus entlassen werden, wird Ihr Anmeldecode vernichtet.

Es werden keine personenbezogenen Daten von Ihnen gespeichert.

Bei Fragen zum Thema Datenschutz schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an datenschutz@partner-psychiatrie.de.


Wir wünschen Ihnen gute Besserung und hoffen, dass wir dazu etwas beitragen können.